Es gibt viele gute Techno-DJs. Und es gibt Jeff Mills


KATHARINA SEIDLER

18.07.2019

Alle paar Jahre, mindestens, wäre es ratsam, die Detroiter Clubmusik-Legende Jeff Mills live in Action zu erleben, um sich zu erinnern, wie sehr Techno und das dazugehörige Konzept der Extase auf dem Dancefloor das Leben verbessern und bereichern können. Wir kamen am vergangenen Wochenende beim slowakischen Pohoda Festival (schwere Empfehlung!) wieder einmal in den Genuss einer Jeff-Mills-Show, die immer gleichzeitig DJ- und Live-Set ist, denn neben seiner Arbeit an mindestens drei CD-Playern hackt er mit schlanken Fingern auch auf seine Drummachines ein. Via Überkopf-Kamera sieht man den Claps und Hi-Hats dann live beim Entstehen zu, und zwar in so atemberaubender Geschwindigkeit, dass es wirkt, als würde das Video im Vorspulmodus abgespielt. Mills’ Technoentwurf ist, obwohl ultrahart, das Gegenteil von „trocken“, vielmehr öffnet er zwischen den einzelnen Beats ganze Galaxien an Atmosphäre. Ab und zu spielt der Detroiter in unseren Breiten. Man sollte ihn niemals verpassen.

VORSCHAU

FREITAG: Die Impulstanzparty im Kasino am Schwarzenbergplatz schüttelt die Jersey-Club-Queen UNIIQU3 durch. Der anti-partriarchale Superclub The Future lädt die uruguayische Experimental-Clubmusikerin Lila Tirando a Violeta an die Decks ins Au, Peletronic mixt sich im Sound-Bahnhof von Acid über Disco nach Funky Town, und das Kollektiv Sounds of Blackness beschließt das Kaleidoskop Filmfestival im Roxy. Im Central Garden tritt das Minimal-Experimentaltechno-Duo Rotterdam auf, im Grillx surft Adriana Celentana zwischen Synthiesounds, 70ies-Soft-Rock, Ambient und Dark Wave, und beim Klub Sir3ne-Barbecue auf der Fluc-Terrasse gibt es ein Juke-Special von Franjazzco. Das britische Drum’n’Bass-Duo Ego Trippin’ sucht den Club Switch! im Flex heim, der Vinyl- und Techno-Afficionado Freddy K gibt dem Fish Market in der Grellen Forelle Saures, und Hidden Empire sevieren ihren rauschigen Techhouse in der Pratersauna.

SAMSTAG: In der Redlingerhütte in Kierling lauscht man beim Walden Festival Dancefloor-Geheimtipps aus über 20 Plattentaschen von Akrüül bis Welia, im Volksgarten Pavillon verbindet der Club Majira globalen Funk, Electro, Hip-Hop und Clubmusik, und im Venster99 findet ein Techno-Rave von Marum statt.

SONNTAG: Gran Bankrott spielt beim Salon Skug im Central Garden ein nachmittägliches Konzert im Zeichen des Neo-Postpunk.


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