100mal „Herr Sobotka, treten Sie zurück!“

Seuchenkolumne. Nachrichten aus der vervirten Welt 189


ARMIN THURNHER

21.09.2020

Man kann sagen, dass Wolfgang Sobotka eines der größten Ärgernisse in unserer an Ärgernissen nicht armen Republik darstellt.
Man kann nicht sagen, dass ich mich nicht bemühe, das zu ändern.
Man kann nicht sagen, dass die hier und auf Twitter erhobene Forderung nach seinem Rücktritt unbillig ist.
Man kann nicht sagen, dass ich es nicht auf vielerlei Weisen versuche – wienerisch, englisch, höflich, grob, biblisch.
Man kann nicht sagen, dass es dieser Forderung an anhaltender Aufmerksamkeit und steigender Zustimmung fehlt.

Die Ursache besteht weiter, also werden auch die Rücktrittsaufforderungen an sie nicht enden

Man kann nicht sagen, dass die Sache mit Nummer 100 erledigt ist.
Man kann nicht sagen, dass ich diesen Hunderter als Jubiläum betrachte.
Man kann nicht sagen, dass es irgendetwas zum Jubeln gäbe.

Man kann sagen, dass man erst nach einem Rücktritt Sobotkas über so etwas wie Jubel reden kann, wobei der von Sobotka angerichtete Schaden mit jedem Tag wächst, sodass am Ende nicht Triumph oder Jubel stehen können, sondern nur Erleichterung. Ob man danach von der Wiederherstellung demokratischer Normalität sprechen kann, ist abzuwarten und bleibt nur zu hoffen.

Hier finden Sie die ersten fünfzig auf Twitter erhobenen Aufforderungen an Sobotka, zurückzutreten.

Hier, in diesem Seuchenbrief sind die zweiten fünfzig aufgeführt.

Es ist möglich, dass die Tweets leicht von den hier formulierten Aufforderungen abweichen.

Es werden nicht die letzten Aufforderungen an ihn sein.

Ich danke allen, die diese Tweets durch Likes unterstützen und weiterverbreiten.

Nr. 100
Herrgottsakra!
Herr Sobotka, treten Sie zurück!

(alle folgenden Aufforderungen waren ebenfalls mit dem Zusatz versehen: Herr Sobotka, treten Sie zurück!)

Nr. 99 Sunday: Show Some Style!
Nr. 98 Save our Saturday
Nr. 97 Free us on Friday
Nr. 96 Try Thursday
Nr. 95 Why not Wednesday?
Nr. 94 Top our Tuedsay!
Nr. 93 Make Our Monday!
Nr. 92 I, missa est.
Nr. 91 Brille und Stecktuch mitnehmen
Nr. 90 Kost ja nix.
Nr. 89 Wegen fortdauernder Erbärmlichkeit.
Nr. 88 Heute ist Ausschuss. Schluss, aus!
Nr. 87 Pfeifen S’ drauf.
Nr. 86 A scho wurscht.
Nr. 85 Warum ned.
Nr. 84 Afoch so.
Nr. 83 Nutzt’s nix, so schodt’s nix
Nr. 82 Sans ned aso.
Nr. 81 Höchste Zeit.
Nr. 80 Treten Sie nicht hin.
Nr. 79 In Gottes Namen
Nr. 78 Unserem Seelenheil zuliebe.
Nr. 77 Aus Nächstenliebe.
Nr. 76 Zwegn der Barmherzigkeit
Nr. 75 Gehe hin in Frieden
Nr. 74 Ihr Abschied tut not.
Nr. 73 Zwecks demokratischer Psychohygiene:
Nr. 72 Im Namen unseres Geistesfriedens.
Nr. 71 Gehen Sie uns aus den Augen.
Nr. 70 Generalpause.
Nr. 69 Ab in die Pensi.
Nr. 68 Urlaub für immer.
Nr. 67 Gehen Sie in Dauerquarantäne.
Nr. 66 Schauen Sie in den Spiegel.
Nr. 65 Genug haxlgebissen.
Nr. 64 Machen Sie uns frei von sich.
Nr. 63 Machen Sie sich davon!
Nr. 62 Von dannen!
Nr. 61 Von hinnen!
Nr. 60 Hinweg!        
Nr. 59 Weichen Sie!
Nr. 58 Heben Sie sich weg!
Nr. 57 Gengan S’ bäule!
Nr. 56 Hau’n S’ Ihna über die Häuser.
Nr. 55 Moch’n S’ an Schuach.
Nr. 54 Tschüs. Baba. Und foin S ’ ned.
Nr. 53 Schleichen S’ Ihna.
Nr. 52 Vertschüssn S’ Ihna.
Nr. 51 Gemma.
Herr Sobotka: treten Sie zurück!

Weiterhin: keep distance, wash hands, stay human!

Ihr Armin Thurnher

@arminthurnher

thurnher@falter.at


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