50mal „Herr Sobotka, treten Sie zurück!“

Seuchenkolumne. Nachrichten aus der vervirten Welt 139


ARMIN THURNHER

02.08.2020

Heute ist Sonntag, es wäre ein guter Tag für Wolfgang Sobotka, ihn zu einem Feiertag zu machen und zurückzutreten. In dieser Kolumne feiere ich ein kleines Jubiläum: die 50. Rücktrittsaufforderung an den Herrn mit dem eisernen Hintern. Zeit, eine kleine Zwischenbilanz zu ziehen.

Wir erinnern uns, es handelt sich nicht um eine Kampagne, sondern vielmehr um den Versuch, die rhetorische Stilfigur der Wiederholung zu bemühen, bewährt seit dem römischen Senat, als noch dieser und das Volk entschieden, Senatus Populusque Romanus, SPQR.

Heute heißt der Präsident unserer Volksvertretung Wolfgang Sobotka. Das ist nicht gut, er ist der parteiischste Nationalratspräsident der Zweiten Republik, als Symbol der Missachtung des Parlamentarismus durch die türkise Desinformantentruppe politisch unzumutbar und als Vorsitzender des Ibiza-Untersuchungsausschusses durch den Anschien der Befangenheit auch juristisch unhaltbar.

Wolfgang Sobotka, der bescheidenste Nationalratspräsident der 2. Republik
Foto: apa © Hans Klaus Techt

Hier noch einmal alle bisher auf Twitter von mir (Büro Thurnher) an ihn gerichteten Rücktrittsaufforderungen, in Klammer die Zahl der dafür eingegangen Likes und Impressions. Ab Nr. 18 lautet der zweite Satz immer „Herr Sobotka, treten Sie zurück!“, er wird hier nicht extra aufgeführt.

In Summe sind (Stand 1. 8., 7 Uhr) weit über 700.000 Impressions zusammengekommen, das scheint bei einem kleinen Account wie meinem (6200 Follower) für 50 Aufforderungen nicht wenig (bei zwei Tweets versagte mir Twitter die Auskunft). Die Aufforderungen wurden über 12.000 mal geliked, dafür kann ich mir nichts kaufen. Aber ich nehme diese Likes als zustimmende Aufforderung, die Übung weiterzuüben. Bei manchen Dingen ist es wichtig, sie nicht bloß in sich hineinzumümmeln und die Faust in der Tasche zu ballen, sondern sie stellvertretend für andere auch öffentlich zu sagen.

Nr. 1 Hört man dem Parlamentspräsidenten Sobotka zu, weiß man kaum, welche Missachtung einen mehr kränkt: die des Parlamentarismus oder die der deutschen Sprache. Sobotkismus – gebietet ihm Einhalt! (55/2118)
Nr. 2 Was ist da los? Das Büro hat soeben bemerkt, Wolfgang Sobotka ist noch nicht zurückgetreten. Als Ausschussvorsitzender und als Nationalratspräsident. Herr Präsident, es pressiert! (416 / 34168)
Nr. 3 Das Büro konstatiert verdutzt: Er ist noch immer nicht zurückgetreten! QUO USQUE TANDEM ABUTERE, SOBOTKA, PATIENTIA NOSTRA? (73/3315)
Nr. 4 Das Büro stellt fest: Er hat den gestrigen Tag ungenützt verstreichen lassen. Noch immer da, Herr Sobotka? Befreien Sie den ‪#IbizaUA, die Republik und ihr Gewissen. Treten Sie ab! (239 / 6468)
Nr. 5 Das Büro möchte Teil einer Anti-Sobotkismusbewegung sein. Herr Sobotka, treten Sie ab! (349 / 17563)
Nr. 6 Herr Sobotka, als Vorsitzender des Ibiza-Untersuchungsausschusses sind Sie anscheinend befangen. Als Präsident des Nationalrats sind Sie offenbar ungeeignet. Treten Sie ab! (483/ 28527)
Nr. 7 Das Wort des Büros zum Sonntag: Treten Sie ab, Herr Sobotka! (387 / 18988)
Nr. 8 Eine gute Woche beginnt mit einem gutgemeinten Wort: Treten Sie ab, Herr Sobotka! (478/ 20559)
Nr. 9 Herr Sobotka, haben Sie heute schon etwas vor? Das Büro hat eine Idee: Treten Sie ab! (470/22750)
Nr. 10 Herr Sobotka, heute ist Ihr großer Tag im ‪#IbizaUA. Machen Sie ihn noch größer, treten Sie ab! (460// 28194)
Nr. 11 Herr Sobotka, ehe eine echte Campain draus wird: Treten Sie ab! (297/9335)
Nr. 12 Sobotka-Variationen (Für einen Musiker). Heute – zur Erinnerung – das Hauptthema: HERR SOBOTKA, TRETEN SIE ZURÜCK! ( 202 / 6568)
Nr. 13 Herr Sobotka, das Büro möchte Sie heute im Volkston auffordern, abzutreten: „Kumm außa, mir san’s, du bist ned unsa Präsident!“ (364/20211)
Nr. 14 Herr Sobotka, Sonntag ist ein guter Tag für einen Rücktritt. Treten Sie ab! (499 / 28680)
Nr. 15 Herr Nationalratspräsident Sobotka: Wer alt genug ist, befangen zu sein, ist alt genug, abzutreten (548/8429)
Nr. 16 Herr Sobotka, ein Ruck ginge durch Österreich. Geben Sie sich einen Ruck, treten sie zurück! (298 / 14716)
Nr. 17 Heute kurz und klar: Herr Sobotka, treten Sie zurück! (426 / 20473)
Nr. 18 Das Büro will sich nicht verdribbeln: (191 / 5477)
Nr. 19 Herr Sobotka, Sie sind unhaltbar. (419 / 14735)
Nr. 20 Man soll nicht überformulieren. Also schlicht: (364 / 15589)
Nr. 21 Nr. 21 So ein prachtvoller Sonntag. Herr Sobotka, machen Sie ihn perfekt: Treten Sie zurück! (???/???)
Nr. 22 Es ist Montag. Reden wir nicht herum: (555 / 36382)
Nr. 23 Dienstag hat mit Dienst nichts zu tun. Quittieren sie ihn trotzdem! (355/13538)
Nr. 24 Mittwoch. Ab durch die Mitte! (331 / 9040)
Nr. 25 Donnerstag, dass Sie weder Blitz noch Pilnacek derschlag’ (195/19199)
Nr. 26 Freitag Befreien Sie uns von sich! (366 / 19119)
Nr. 27 Samstag. Sams ned aso! Gehns, Herr Sobotka! (228/6998)
Nr. 27 Samstag. Sams ned aso! Gehns, Herr Sobotka! (228/6998)
Nr. 28 Schluss mit lustig ( 377 / 14324)
Nr. 29 Schluss mit unlustig (444/ 20870)
Nr. 30 Schluss mit ungustig (363 / 14532)
Nr. 31 Schuss mit unvereinbar (299/ 10921)
Nr. 32 Schluss mit unverträglich (???/?????)
Nr. 33 Schluss mit unverdaulich (320/ 11969)
Nr. 34 Schluss mit unerträglich (332 / 10096)
Nr. 35 Schluss mit untragbar (380 / 38991)
Nr. 36 Was glauben Sobotka? (319/ 37958)
Nr. 37 Genug ist genug. (328 / 10932)
Nr. 38 Es ist Ernst. (401 / 14859)
Nr. 39 Wassern Sie nicht! (263 / 9899)
Nr. 40 Es wär dringend. (475/ 29909)
Nr. 41 Tun Sie Ihre Pflicht! (377/ 16851)
Nr. 42 Muss es sein? Es muss sein! (319 / 8080)
Nr. 43 Andiamo (436 / 17527)
Nr. 44 Allez! (342 / 12774)
Nr. 45 Let’s go. (350/ 12347)
Nr. 46 Idemo! (406/18769)
Nr. 47 Gremo (286/11427)
Nr. 48 Dawai, dawai! (320/7085)
Nr. 49 Vamos!
Nr. 50 Yalla, yallla!

Weiterhin: keep distance, wash hands, stay human!

Ihr Armin Thurnher

@arminthurnher

thurnher@falter.at

Bisher erschienen:

1 Im weißen Gebiet
2 Der Teamfalschspieler
3 Virensozialismus
4 Zehn Gedanken zum Krisenjournalismus
5 Seuche und Heilige, I
6 While my chainsaw gently weeps
7 Seuchen und Heilige, II
8 Für mich erwiesen
9 Siechknechte des Seriösen
10 Der Fall von Rom, I
11 Der Fall von Rom, II
12 Das Inhumanitäts-Virus
13 Der brutalste Lockdown der Welt
14 Post an den Kolumnisten: Seuchenbriefe, I
15 Die Ausweitung der Maskenzone
16 Landidylle
17 Maskenalarm!
18 Medienförderung als Korruption
19 Medienhilfe als Oligarchenhilfe
20 Hallo, Krisen-Kommunismus!
21 Pause fürs C-Wort. Hört Bach!
22 Isolation und Kommunikation
23 Wir bleiben im Rahmen
24 Bye, bye, Bernie!
25 Nägel, in nacktes Fleisch getrieben
26 Ein Vorschlag für Kurz und Kogler
27 N. kommt zu Ostern nicht
28 Her mit dem Parlament! Oder: die Seuche als Schicksal
29 Post an den Kolumnisten: Seuchenbriefe, II
30 Mit Hölderlin zum Geisterspiel
31 Es gibt genug zu kritisieren, packen wir es an!
32 Das Beste in Zeiten des Virus
33 Mein Falter-Bekenntnis
34 Wir Hausmeister. Der neue Virenautoritarismus
35 Sobotkismus: „Das kommt definitiv aus China“
36 Solidarität heißt jetzt Extrawurst. Die Seuche der Renationalisierung
37 Lyrikseuche Seuchenlyrik
38 Auf Punkt und Beistrich. Die Seuche Schlamperei
39 Licht in die Medien-Finsternis hinter Kaiser Kurz!
40 Bin ich ein Gerät? Über das Leben in Anführungszeichen
41 Kurz + Virus + Data Control = „Kreisky“
42 Post an den Kolumnisten. Seuchenbriefe III
43 Mein Virologe und ich
44 Ein Schiff wird kommen! Das Risiko bei Alten
45 Covid 19: Wie weiter? Oder: Experten, Experten!
46 Heute Seuchenpause
47 Siech sucht Seuche. Lexikalisches
48 Sunset der Pressefreiheit
49 Hilfe: Zensur im Seuchen-Kasperl-TV!
50 Ibizaland. Ein Haus für Strache!
51 Das Virus und seine Ratgeber
52 Herbei, du holder Virenmai!
53 Fürst Kurz und das Viren-Beraterwesen
54 Beifall von der falschen Seite
55 Ticket aus Licht
56 Post an den Kolumnisten. Seuchenbriefe IV
57 Moderieren, Zuhören, Feststellen
58 Mehr Ernst! Über Debatten
59 Noah, geh du voran!
60 Hier spricht der Virologe: Maske = Solidarität!
61 Das Paradox der Prävention
62 Adieu, Dietmar Steiner. Fast ein Nachruf
63 Der Tod des Kernbeißers. Eine Parabel
64 Neue österreichische Irrealpolitik
65 Schön, dass du wieder da bist!
66 Eine Schwalbe, eine Verspätung, eine Erklärung
67 Das Böse schaut in den Fenstertag
68 Dazu sage ich ein ganz unklares Ja
69 Erinnerung an eine stille Große
70 Post an den Kolumnisten. Seuchenbriefe V
71 Zwei Familien: die Bachstelzen und die Dichands
72 Als der ORF einmal einen Porno zeigte
73 Minister Blümel trifft eine Tatsachenfeststellung
74 Palmen putzen
75 In Defense of Donald Trump
76 Eigenverantwortung! Pfingsten lockert die Phrasenzunge
77 Rassismus und Corona in den USA
78 Aschbacher als Zustand
79 Kommunikation als Verachtung
80 Über George Floyd und die USA reden
81 Ausgeschossen! Ein Streich im Parlament
82 Kurz’ Nachricht: neue ÖVP patzt an.
83 Black Lives Matter
84 Beinharte Transparenz. Zur Desinformations-Pandemie
85 Wir kaufen Zeit. Jetzt besonders günstig!
86 Herr Sobotka, treten Sie ab!
87 Vorzeigbar, aber mies. Zum Zustand der Republik
88 Nehammer gendert konsequent
89 Hier spricht der Virologe: Raus aus der Vertrauenskrise!
90 Ich bitte euch, glaubt an diese Regierung!
91 Die Maske fällt. Der strukturelle Sexismus in der Tiroler ÖVP bleibt.
92 Hilfe! Die Seuchenkolumne nähert sich ihrem Hunderter.
93 Intransparenz, unser altes Virenleid. Und ein Virenlied
94 Heute: lesenswert, gendergerecht
95 Epochenplauschrausch
96 Nullprosa. Der Kanzler spricht.
97 Ich habe vom Wetter keine Ahnung!
98 Post an den Kolumnisten: Seuchenbriefe, VI
99 Abschied ohne Händeschütteln
100 Nach hundert Kolumnen
101 Lernen Sie Geschichte, Herr Dichand!
102 Sobotka. Wos will er?
103 Eine triumphale Sauerei der Krone
104 Hüben und drüben – Corona Apps in der Schweiz und bei uns
105 Als ich einmal im Stonewall tanzte
106 Welle, Waldbrand oder was? Die Pandemie geht weiter.
107 Was wir quälen: Bäume, Sprache, Tiere, Wahrheit
108 Ich ist auch nur eine dritte Person
109 Etwas über Kampagnen
110 Aufwachen!
111 Obacht, Arsch. Warnung: kann Explizites beinhalten!
112 Ein Quantum Geschichte
113 Und nun zu etwas ganz anderem: zur Linde.
114 Hegemonie für nichts. Zum Hitlerhaus
115 Unsere Identität: Hitler, Mozart und die Folgen
116 Ich war bei Bussi Fussi!
117 Toleranz oder Sense? Alternativen auf dem Lande.
118 Das Mähwort zum Sonntag
119 Abschied von einer Pionierin
120 Oberösterreichs unbekannt hohe Positivitätsrate und andere seltsame Coronaustriazismen
121 Corona-Kontaktsuche, Polizei und Sozialstaat
122 Die Wurstsemmel als Herabwürdigung
123 An meine Fahnen hefte ich nichts
124 Corona: Alles über Contact Tracing
125 Gestaltungsanspruch? Wir gestalten, indem wir darauf verzichten
126 Pilnacek, Thersites und ich
127 Sobotka – ein Zwischenspurt
128 Bin ich ein Kurz-Hasser?
129 Sobotka und die neue Sachlichkeit
130 Auch die Demokratie hat einmal schmutzig angefangen
131 Person, Frau, Mann, Kamera, TV
132 Landleben, Jagd und Shreddergate
133 Im Wiesel und um den Wiesel herum
134 Auf der Suche nach der verlorenen Zitronenschnitte
135 Isolation ist nicht gleich Quarantäne, und andere Klarstellungen des Virologen
136 „Eskalierende Plünderung“
137 Das Rotschwänzchen-Massaker
138 Über Schlamperei und Dilettantismus, Leben und Tod
140 Schweden hat strengere Corona-Maßnahmen als Österreich!
141 Der Bruch. Schnitten, Seuchen und Säuchen
142 Zur Einstellung von addendum: Fleischhacker, Mateschitz und ich
143 Dem Diskurse dienen
144 17 Arten, öffentlich auf den Versuch zu antworten, die öffentliche Rede durch Nichtteilnahme zu zerstören. Teil I
145 17 Arten, öffentlich auf den Versuch zu antworten, die öffentliche Rede durch Nichtteilnahme zu zerstören. Teil II
146 Luter Fremde Lüt! Geburtstagsnachklänge zu Mutter, Schneckerl