Boy Meets Girl: The Complete Sammy Davis Jr....

Sammy Davis, Jr, Carmen McRae


In Zeiten, in denen die Kombination "Gut aussehende junge Frau singt altbekannte Lieder" zu den wenigen Dingen zählt, mit denen man im Jazz noch echt Geld machen kann, sollte man sich hin und wieder auch the real stuff gönnen. Carmen McRae etwa ist noch immer ein bisschen unterschätzt, und die beiden Alben aus den späten Fünfzigerjahren, die hier auf eine CD gepackt wurden, dokumentiert das reizvolle Zusammentreffen zweier unterschiedlicher Temperamente. Während "Porgy and Bess" mit Bigband, Streichern und Gospelchören auf große Oper, großes Pathos und vorwiegend auf Sammy Davis, Jr. setzt, bietet "Boy Meets Girl" viel Spaß mit Standards von Größen wie den Gershwins, Irving Berlin, Cole Porter und anderen. Es beginnt als kleiner Benimmkurs, den die ausgebildete Jazzsängerin, die immer auch ein bisschen streng rüberkommt, der Vaudeville-Rampensau erteilt, die dafür den lässigen Scatman raushängen lässt ("Who Cares"). Ein Vergnügen.

Klaus Nüchtern in FALTER 37/2005



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