Future Farmers

Future Farmers


Runde Sache

Vinyl von DJs für DJs. Produziert von DJ Buzz und DJ Dero wird vom Rhythmikverständnis des Hip-Hop ausgehend durch die verschiedensten Gefilde der Beats & Breaks gewandert. Das gefällt sogar dem Hochglanzmagazin Diva, aber immerhin ist DJ Buzz ja ein Mitglied der renommierten Waxolutionists.Betrieben wird das Label Leemusic - als Gegenstück zum auf Veranstaltungen spezialiserten Luv - aus Berlin und Graz. In der Lee-Selbstwahrnehmung ist das Gebotene dem Überbegriff Pop zuzuordnen - aber auch dem Rock'n'Roll. Ideologisch mag das stimmen, ästhetisch sicher nicht. Die konzentrierte Werkschau von Soundfetischisten aus dem Labelumfeld wie Lenz, Tomoroh Hidari oder Winterstrand liefert sinistre und frickelige Electronica-Entwürfe, die in verschiedener Frequenz immer wieder gängige Elektronikgenres tangieren und auch dem Popanspruch gerecht werden.Die Musiker der Shellbeach-Plattform - von Tetsuo bis Any Maniac - pflügen ein ähnliches Feld wie ihre Kollegen von Leemusic. Aber nicht ganz so ruppig und düster. Gepflegtes Elektronikhandwerk vom Muschelstrand. CD in Kürze, derzeit nur über das Netz konsumierbar.Hauptberuflich arbeitetet Singer/Songwriter Norbert Wally für die seit Jahren in der Grazer Szene agierende Gitarrencombo The Base. Mit Nevenko Bucan und Roland Im Reiter übt man sich auf dem Debütalbum in Indie-Melancholie, dezent-verspielter Kraut-Rock-Psychiadelic und elektronisch gestützter Grooviness. Beizeiten vielleicht durch Ausflüge ins böse Gitarrensololand ein wenig zu verschnörkelt, aber gelungen.Die Hardcore-Rabauken wenden sich gegen alles, was unser Leben so unerträglich macht: Rassismus, Sexismus und andere Niederträchtigkeiten. Gute, alte Hardcore-Korrektheit. Damit die Nachricht auch ankommt, wird hart und schnell geknüppelt.

Tiz Schaffer in FALTER 34/2005



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