Human After All

Daft Punk


Der erste Eindruck, demzufolge das dritte Daft-Punk-Album eine hysterische Nervensäge wäre, täuscht gewaltig. Gut, von House ist nicht mehr viel auszumachen, der Popappeal von Stücken wie "One More Time" oder "Around the World" fehlt, und der Plattentitel ist auch ein Gag, denn alles Menschliche ist den beiden Pariser Lichtgestalten letztlich doch eher fremd. Lässt man sich aber auf den schmutzigen, nicht zu knapp durch Verzerrgerätschaften geschliffenen und bisweilen extrem aufgekratzten Elektrorock ein, zieht einem "Human After All" plötzlich völlig den Boden unter den Füßen weg. Mit potenziellen Clubhits wird nicht gegeizt; durch die geschickte Dramaturgie funktionieren die zehn Stücke zudem auch ausgezeichnet als ganzes, in sich geschlossenes Album.

in FALTER 11/2005



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