Charlie Parker Project 1933

Anthony Braxton


Im Unterschied zum Pariser Livemitschnitt von 1972 (siehe oben) widmen sich die beiden Konzerte von 1993 (in Zürich und Köln) ausschließlich Kompositionen, die von Charlie Parker stammen oder durch diesen berühmt wurden. Die insgesamt 15 Titel bieten dem Solisten Braxton ausführlich Raum, vor allem seine berüchtigten Stakkatolinien am Alt auszubreiten, dokumentieren aber auch eine geglückte Ensembleleistung musikalischer Individualisten, denen es gerade in den längeren Stücken gelingt, die richtige Balance zwischen Bebop-Rasanz und Dekonstruktivismus zu finden; wohingegen einige kürzere Stücke, auf denen Braxton mit der Kontrabassklarinette auf Tauchstation geht, schon eine gewisse Langmut erfordern. Alles in allem kann man mit dem Sextett aber doch zwei sehr spannende Stunden verbringen.

in FALTER 6/2005



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