News on the Rail

Marty Ehrlich


Dieser Tage gab der ob seiner Versatilität hoch geschätzte, aber immer noch viel zu wenig bekannte Klarinettist und Saxofonist in Wien ein wunderbar altmodisches Jazzkonzert und verkaufte hernach persönlich sein jüngstes Album (Amis tun so was!). Es unterscheidet sich vom Live-Gig durch zwei weitere Bläser (Pianist James Weidman greift darüber hinaus auch gern zur - ebenfalls unterschätzten - Melodica). Mit so einem Sextett kann man schon was anstellen - vor allem, wenn man so ausgeschlafen arrangiert wie Ehrlich. Der ist zwar einerseits der Inbegriff des kammermusikalisch sensibilisierten Milchgesichts ("Light in the Morning" lässt Assoziationen an Kurt Weill wach werden - den Komponisten, nicht den Songwriter), spielt aber andererseits ein sehr griffiges Altsaxofon. Wer also ein vitales Zeugnis dafür sucht, das Groove und Gehirn, Eloquenz und Emotion keine unauflöslichen Gegensätze sind - hier ist es!

Klaus Nüchtern in FALTER 5/2005



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