Das Mädchen mit den Schwefelhölzern

Helmut Lachenmann


Bei seiner Uraufführung 1997 galt Helmut Lachenmanns "Mädchen mit den Schwefelhölzern" noch als uneinspielbar. Zwei Jahre nachdem die Staatsoper Stuttgart und Lothar Zagrosek mit ihrer fantastischen Aufnahme (Kairos) das Gegenteil bewiesen haben, lassen das SWR Sinfonieorchester und Sylvain Cambreling sogar eine zweite folgen, die der bisherigen Referenz um nichts nachsteht. Grundlage ist eine 2000 für Tokio erstellte konzertante Version dieser "Musik mit Bildern", deren wesentlicher Unterschied in einer noch weiter gehenden klanglichen Reduktion - und damit Betonung - der inhaltlich zentralen "... zwei Gefühle ... Musik mit Leonardo" besteht. Diesen Da-Vinci-Text spricht der Komponist auch hier selbst. Dank dieser präzisen und feinfühligen Aufnahme bekommt das "Mädchen" nun, was es als das faszinierendste Musiktheater der letzten Jahrzehnte verdient hat: die Möglichkeit zum Interpretationsvergleich auf höchstem Niveau.

in FALTER 52/2004



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