Professor Bad Trip

Fausto Romitelli


Mit Fausto Romitelli ist vergangenen Juni nur vierzigjährig einer der spannendsten Komponisten der letzten Zeit gestorben. Auf der Suche nach einer der Gegenwart adäquaten Musik hatte er zu einer "Gewalttätigkeit" im Umgang mit seinem aus "Hoch-" wie aus "Subkultur" (verzerrte E-Gitarren, schweres Schlagwerk, Technosounds) stammenden Material gefunden, in der er Klang geradezu physisch bearbeitete, wie Materie behandelte. Beileibe nicht im Sinne eines Crossover, sondern mit kompromissloser Ignoranz gegenüber tradierten Genregrenzen - und mit einem Ircam-geschult feinen Ohr für klangliche Extreme. Im belgischen Ictus Ensemble hatte Romitelli kongeniale Interpreten seiner zwingenden musikalischen Intensität gefunden, wie diese umwerfende Porträt-CD ("Professor Bad Trip", "Seascape", "Green, Yellow and Blue", "Trash TV Trance") beweist. Der ihm gewidmete Schwerpunkt bei Wien Modern wird nun zum Nachruf.

in FALTER 48/2004



ANZEIGE


FALTER abonnieren
×