Lifeblood

Manic Street Preachers


Hatte ihr voriges Album noch Pracht- und Pöbelpotenziale des Protestsongformats durchgetestet, so sind die ,,Manics" aus Wales auf ihrem siebten Longplayer wieder am Zerfließen. Alles ist Verzweiflung, zumal Trauer um die Möglichkeit, Rock als existenzielle Geste des Aufstands zu praktizieren. Über Keyboardteppichen kündet Falsett vom Schmerz, ein Motown-Groove trägt Sprachbilder für Seelenleere, die Chiffren ,,1985" und ,,Glasnost" bezeichnen Verlust und Rückzug. Selbst eine psychodramatische Richard-Nixon-Impersonation und noch das geilste Gitarrensolo wirken wie Einsichten in ihre Hinfälligkeit als Monumente von Politik und Pathos. Ein herzzerreißender Spagat zwischen Queen, Clash und Joy Division.

in FALTER 47/2004



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