Comic Sense

Clemens Gadenstätter


Einmal im Jahr vergibt die Erste Bank einen größeren Auftrag (dreißig Minuten für Ensemble) an einen Komponisten in Österreich. Die Uraufführungen durch das Klangforum Wien finden stets im prominenten Rahmen des Festivals Wien Modern statt, werden vom feinen Spezialisten-Label Kairos mitgeschnitten und später veröffentlicht. Eine runde Sache also, die so in Österreich leider ziemlich einzigartig dasteht. Rechtzeitig vor der Präsentation des heurigen Auftragswerkes von Wolfram Schurig ("Ultima Thule") liegt nun das Vorjahresstück auf CD vor: Clemens Gadenstätters Klavierkonzert "Comic Sense" (Solist: Florian Müller), in dem der 38-Jährige die Möglichkeiten einer "komischen Musik" untersucht. Freilich nicht mit den Mitteln eines altertümlichen Scherzo-Humors, sondern mithilfe humoristischer Strategien wie Analogie, Nachahmung oder krassem Aufeinanderprallen von Gegensätzlichem. Das alles klingt nicht unwitzig, vor allem aber ziemlich fetzig.

in FALTER 46/2004



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