Abattoir Blues/The Lyre of Orpheus

Nick Cave, The Bad Seeds


Machen wir's kurz: Nick Cave hat Blixa Bargeld verloren, aber einen Gospelchor gefunden. Der sorgt gemeinsam mit den hörbar stärker in den Songwerdungsprozess einbezogenen Bad Seeds (inklusive eines als Sologitarrist befreit aufspielenden Mick Harvey) dafür, dass der Meister nach etwas langweiligen Platten wie zuletzt "Nocturama" (2003) wieder zu großer Form aufläuft und gleich ein Doppelalbum mit erstklassigem Material aufgenommen hat. Besonders "Abattoir Blues" ist eine willkommene Überraschung, kehrt Cave hier doch zu jenen dreckigen, wunderbar gegen den Strich gebürsteten Blues-Arrangements zurück, die ihn erst zu dem musikalischen Solitär machten, der er heute ist. Im Gegenzug weiß die lyrische, ruhig fließende Seite "The Lyre of Orpheus" durch ihre angenehme Sogwirkung zu betören.

in FALTER 39/2004



ANZEIGE


FALTER abonnieren
×