Lift. Live At The Village Vanguard

Chris Potter


Zweimal 76 Minuten Live-Jazz auf höchstem Niveau in New Yorks Traditionsklub. Chris Potter, bekannt aus Bands von Dave Holland und Dave Douglas, ist ein Weltklassetenorsaxofonist, der sich hier durch sämtliche Register spielt und selbst "Stella By Starlight" (nach zartem Beginn am Sopran) noch wuchtig anlegt. Es sprudelt und kaskadiert (etwa im unbegleiteten Intro zu einer 15-Minuten-Tour-de-Force von Mingus' "Boogie Stop Shuffle") nur so aus der Kanne - was man auch mögen muss. Uri Caine hält sich klugerweise diesseits der 10-Minuten-Grenze auf und punktet, von der ewigen Projektmacherei einmal entlastet, als Muhammad Ali des Jazzpiano: Barocke Spielfreude und trockener Punch verbinden sich in diesem hochdynamischen, aber Tempo und Schlagkraft kontrolliert einsetzenden Trio zu federnder Rasanz und agiler Eleganz.

in FALTER 24/2004



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