Imma des söwe

Kollegium Kalksburg


"Imma des söwe", also: stets dasselbe, nennt das famose Trio sein neues Album, und das ist nicht nur Koketterie, denn hier geht es in der Tat immer ums Saufn, Speisn, Schnacksln und Sterm (nicht unbedingt in dieser Reihenfolge). Damit die Lebensart des semifreudigen Fatalismus Viennoise endlich auch international Beachtung findet, "singt" man einen Regionalklassiker ("waun da heagod ned wü") auch in "englischer Sprache": "If Jesus Is Busy" - fuckin' unbelieveable. Die Verarbeitungsarbeiten von totem Tier werden einigermaßen flächendeckend erwähnt, die Weinflaschen singen "es wird ein wein sein, und ia weads nimma sein", aber dennoch will man das "Banklreißn" eher "pomali" angehen. Schließlich bleiben auch die tiefsten Schubladen nicht ungeöffnet ("sogt da hiaschal zum mulia ...") - da sorgt der grenzgeniale Gstanzldichter W.V. Wizlsperger verlässlich dafür, der endlich mal mit dem Ernst-Jandl- oder dem Büchner-Preis ausgezeichnet gehörte. So welthaltig war Wien schon lange nicht mehr. Weltmusik? Wödmusi!

in FALTER 21/2004



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