The Othello Syndrome

Uri Ensemble Caine, Giuseppe Verdi


Plump gesprochen verdankt der Pianist Uri Caine seine Bekanntheit vor allem Klassikverjazzungen. Nach Bach, Beethoven, Mahler, Schumann und Wagner ist jetzt halt Verdi dran. "The Othello Syndrome", 2003 bei der Biennale von Venedig uraufgeführt, ist ein abschreckendes Beispiel für das Elend dieser permanenten musikalischen Projektmacherei. Der plakative Crossover-Synkretismus nimmt zwischen rasantem Barjazz und drogeriemarktmuzakkompatiblem Popkitsch alles, was er kriegen kann, und die Vokalpartien sind wohl das Seichteste, was Cain bislang komponiert hat: Tiefpunkt einer einst vielversprechenden Karriere.

Klaus Nüchtern in FALTER 24/2008



ANZEIGE


FALTER abonnieren
×