Suspended Night

Tomasz Stanko Quartet


Das zweite Album mit Stankos blutjunger, aber traumwandlerisch eingespielter polnischer Band stellt eine jener raren Sternstunden dar, in denen sich Jazz mit einer Selbstverständlichkeit ereignet, die einer anderen Epoche angehört. Man kann es auch "Zeitlosigkeit" nennen, wüsste man nicht um die Historizität des Genres. Egal. Für 69 Minuten und sieben Sekunden bleibt die Nacht "aufgeschoben", und man kann teilhaben an der alles andere denn blutleeren Poesie, die Polens melancholischer Trompetenfürst gelassen, hoch konzentriert und ganz ohne Allüren realisiert - mit einer Rhythmusgruppe, wie man sie seit den Zeiten von Miles Davis und Bill Evans selig nur sehr selten hören konnte.

in FALTER 12/2004



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