Solo Willisau

Anthony Braxton, Jazz


Den Drahtseilakt mit dem Solosaxofon haben nur wenige gewagt (Steve Lacy, Evan Parker, Lee Konitz …), aber Anthony Braxton hat ihn 1968 quasi erfunden. Auch 35 Jahre später hält er sich ans Altsaxofon, das hier in paradigmatischen Erkundigungen von Techniken und Klängen (legato – stakkato, "sauber – schmutzig") vorgeführt und in das auch schon mal hineingesprochen wird. Das derbe und launige "No. 328 d" könnte auch "A Peasant's Dance" heißen, und die Dekonstruktion von Jerome Kerns "All the Things You Are" endet mit der Intro von Charlie Parkers berühmtem Massey-Hall-Konzert.

Klaus Nüchtern in FALTER 38/2007



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