Voglio il core

Susanne Pumhösl


Lust auf Tasten

Musik aus dem Salon einer italienischen Renaissance-Kurtisane – was ließe sich da nicht alles an klingenden Frivolitäten erwarten? Allein, es ging zunächst gesittet zu im Kreise der ehrbaren meretrice Veronica Franco, die der noblen Gesellschaft Venedigs Ende des 16. Jahrhunderts nicht nur ihren Körper zur Verfügung stellte, sondern vorab auch geistreiche Unterhaltung, Poesie und Musik bot. Auf dem Spinett trug sie ihrer Kundschaft raffiniert gesetzte Madrigale vor, streute aber auch ein paar zotige Volkslieder und derbe Tänze in eleganten Bearbeitungen darunter. Auf "Voglio il core" (Klangrede) stellte die Wiener Cembalistin Susanne Pumhösl ein solches Programm zusammen und gibt damit einen wunderbaren Einblick in die sinnenfreudige Welt der venezianischen Oberschicht des Cinquecento.

Carsten Fastner in FALTER 36/2007



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