Mares profundos

Virgínia Rodrigues


Nach dem Bossa Nova wurde im Brasilien der 1960er-Jahren ein anderer neuer Stil geboren: der Afro-Samba. Seine Schöpfer, der Gitarrist Baden Powell und der Dichter Vinícius de Moraes, hatten sich dafür nach Bahia ins Zentrum der afrobrasilianischen Musiktradition begeben. Von ebenda stammt die 40-jährige Sängerin Virgínia Rodrigues, die als die Stimme des "schwarzen Brasilien" gilt und sich auf ihrer neuen CD der lyrisch getragenen Kompositionen der beiden verstorbenen Altmeister angenommen hat. Ihr volles, etwas gravitätisches Timbre, das an die kapverdische Sängerin Cesaría Evora erinnert, ist für Anhänger der brasilianischen Bossa-nova-Leichtigkeit indes ebenso gewöhnungsbedürftig wie die kunstvoll-üppigen Arrangements von Luiz Brasil. Weniger wohlmeinend könnte man auch "etwas fad" schreiben.

in FALTER 11/2004



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