Come in Red Dog, this is Tango Leader

Charlie Hunter, Bobby Previte


Wenn Jazz nicht swingen, sondern genuin gegenwärtig grooven will, dann klingt er zum Beispiel so wie dieses Duo, das nicht nach Duo klingt - weil irgendwer auch noch eine Bassline dazufingert und der perkussiv-elektronischen Erweiterungen ohnedies kein Ende ist. Trotzdem verzichtet das Album dankenswerterweise auf allzu viele Mätzchen und etabliert über basalen Rhythmen und ebensolchem Gitarrespiel (das mitunter an einen reduktionistischen Scofield erinnert) einen Sound, der gut in Ohr und Beine geht. Zwischen antriebigem Sixties-Orgeljazz, ausgekühltem Soul oder Cuban Flair wird eine Relaxtheit zelebriert, die in den besten Momenten die Spannung hält, phasenweise aber ins Komatöse abzugleiten droht. Röhrenglockenfreunde kommen in jedem Falle auf ihre Rechnung.

in FALTER 10/2004



ANZEIGE


FALTER abonnieren
×