Markus Passion

Daus/Bästlein/Dewald/Soulis, Carl Philip Emanuel Bach


Das Ende vom Lied ist bestens bekannt. "Oh, Haupt voll Blut und Wunden", möchte man ergriffen mitschmettern, doch die schönste Melodie aller Zeiten erklingt hier nicht wie gewohnt mitten in Johann Sebastian Bachs "Matthäuspassion", sondern - mit anderem Text - am effektvollen Ende von Carl Philipp Emanuels "Markuspassion" (1786). Der nahm mit dem berühmten Choral eine berührende Anleihe beim Vater - und nicht nur das. In mehreren Schritten ergänzte er ein als Grundgerüst dienendes Werk seines Zeitgenossen Gottfried August Homilius mit eigener Musik. Das durchaus konsistente Endergebnis dieser - seinerzeit üblichen - Pasticciotechnik ist nun in einer tadellosen Einspielung durch die Europa Chor Akademie und die Mendelssohn Symphonia unter Joshard Daus erstmals auf CD greifbar. Ostermusik voller Überraschungen.

Carsten Fastner in FALTER 14/2007



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