Volodos plays Liszt

Arcadi Volodos


Vier Jahre ließ sich Arcadi Volodos seit seinem letzten Album (mit Tschaikowskys 1. Klavierkonzert) Zeit für dieses reine Liszt-Recital - und innerhalb von Sekunden spielt er sich darauf vom Verdacht reinen Virtuosentums frei. Sein zeitlich breit angelegtes, klug zusammengestelltes Programm geht er nicht nur mit atemberaubend flinken und treffsicheren Fingern an, sondern auch mit einem Herz im Überschwang und interpretatorischer Intelligenz: als feinfühlig-intensiver Lautmaler ("St. Francois d'Assise, La prédication") und ernsthafter Grübler ("La lugubre gondola, Nr. 2"), als sinnender Asket (Nocturne "En rêve"), souveräner Beherrscher bewegter Klangmassen ("Funérailles") und - dann doch auch - als feuriger und eigenwilliger Virtuose (13. Rhapsodie). Ein perfektes Porträt.

Carsten Fastner in FALTER 11/2007



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