Fünf Jahrhunderte Orgelmusik

Robert Lehrbaumer


Orgel auf!

(...)
Die Organistin Elke Eckerstorfer wurde in Oberösterreich geboren, wo es für Musiker ja zum guten Ton gehört, Werke des dortigen Komponistendoyens Balduin Sulzer (geb. 1932) zu spielen. Eckerstorfer nahm sich seiner Orgelmusik an (elkeeckerstorfer@yahoo.de) und stellt auf der Rieger-Orgel Aigen (1997) frühe Experimente mit freier Tonalität ("Musica Reservata", 1945/64) ebenso vor wie eine schräge Trillerorgie ("Intonation", 1971) oder ein repetitives Spiel mit ornamentalen Motiven ("Ornamente", 1987). In allem wird jene "improvisatorische Spielsucht" deutlich, die Sulzer an sich selbst diagnostizierte, und dementsprechend viel Spaß macht die ganze Platte.

Eher streng hingegen beginnt Robert Lehrbaumer sein Porträt der Orgel im Wiener Radiokulturhaus, das erste überhaupt dieses etwas technisch kühl anmutenden Konzertinstruments (1983), das freilich durch die Vielfalt seiner stilistischen Möglichkeiten punktet. "Fünf Jahrhunderte Orgelmusik" (ORF) nennt Lehrbaumer sein breites Programm denn auch, das von der Renaissance (Sweelinck) über Bach, rare Spätwerke von Mozart und Brahms, die Spätromantik (Schmidt) und die französische Tradition (Dupré) bis in die österreichische Gegenwart (Takács) reicht.

Carsten Fastner in FALTER 9/2007



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