Klaviersonaten

Nikolai Demidenko, Muzio Clementi


1782 traten Wolfgang Mozart und Muzio Clementi (1752-1832) vor Joseph II. in einem Wettspiel auf. Der Wiener beschimpfte den Römer anschließend als "Mechanikus", was ihn freilich nicht daran hinderte, Jahre später das prägnante Thema aus dessen Sonate op. 24/2 wörtlich für die Ouvertüre der "Zauberflöte" zu übernehmen. Nicht nur deswegen ist Nikolai Demidenkos Einspielung dieser und drei weiterer Clementi-Sonaten (op. 25/5, op. 40/2 & 3) interessant, sondern auch, weil sie wieder einmal an einen wirklich spannenden Komponisten erinnert, der (dank seines langen Lebens) stilistisch zwischen Scarlatti, Haydn, Mozart und Beethoven steht und in seinen besten Momenten durchaus nicht abfällt. Auch Mozart konnte sich irren.

Carsten Fastner in FALTER 41/2006



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