Xenophonia

Bojan Z


Der in Belgrad geborene Pianist Bojan Zulfikarpasic nennt sich als Künstler Bojan Z, was einer internationalen Karriere sicher nicht abträglich ist. Im Vorjahr wurde er mit dem in Österreich vergebenen European Jazz Prize ausgezeichnet. Der Titel des jüngsten, hauptsächlich im klassischen Trioformat eingespielten Albums (auf zwei Stücken kommt noch ein Kaval, eine Hirtenflöte, hinzu) verwandelt den Fremdenhass auf witzige Weise in Fremdklang, der hier glücklicherweise ohne Balkanklischees auskommt. Die Stücke ruhen meist auf suggestiven, oft minimalistischen Basslinien, die der verlässliche Remi Vignolo liefert, während Bojan Z das Klavier auch schon mal stark in Richtung Perkussionsinstrument deutet oder ihm kaskadierende Single Lines entlockt, dem (oft gleichzeitig mit dem Klavier erklingenden) Fender Rhodes sanfte Akkorde oder scharfe Soundsplitter entlockt. Eine kesse Coverversion von David Bowies "Ashes to Ashes" trägt zum Reiz dieses eingängigen Albums noch das Ihre bei.

Klaus Nüchtern in FALTER 37/2006



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