Awoo

The Hidden Cameras


Man könnte meinen, Hidden-Cameras-Mastermind Joel Gibb arbeite an einer Verschwörung, um wehrlose Normalbürger zum Mitsummen seiner schwulen Hymnen zu verführen. Aber das wäre eine grobe Unterschätzung der von jeder Rücksicht auf die Gefühle des Heten-Mainstream befreiten, schieren melodischen Euphorie, die der Kanadier in seine oft kinderliedartig simplen und gerade deshalb so herzerwärmenden Songs steckt. Am gewinnenden Grundrezept der im beschleunigten Lou-Reed/Jonathan Richman-Stil geschrammelten Gitarren, Streicher und Chöre hat sich seit "The Smell of Our Own" und "Mississauga Goddamn" wenig geändert, alles andere wäre auch ein Willkürakt künstlerischer Eitelkeit gewesen.

Robert Rotifer in FALTER 33/2006



ANZEIGE


FALTER abonnieren
×