Requiem

Ehrhardt/Deutsche Kammerak., Michael Haydn


Kurz vor Michael Haydns 200. Todestag (10.8.) tobt ein spannender Expertenstreit, der nebenbei auch interessante Einblicke in den Musikbetrieb um 1800 gibt; Anlass ist die angebliche "Welt-Ersteinspielung" eines bislang angeblich unbekannten Requiems (MH 559), das der jüngere Bruder von Joseph Haydn 1792 dem Andenken seines Freundes Wolfgang Mozart gewidmet haben könnte. So stellt es zumindest der spekulative und marktschreierische Begleittext der CD dar. Der tatsächliche Autor des Manuskripts aus der Ungarischen Nationalbibliothek ist allerdings umstritten: Ein Zeitgenosse Haydns hat fast genau das gleiche Stück veröffentlicht. Wie auch immer der Streit ausgehen mag: Das ungewöhnliche, hochemotionale und konzentrierte Stück ist die Aufmerksamkeit allemal wert, ebenso die tolle Einspielung durch die Deutsche Kammerakademie Neuss unter Werner Ehrhardt.

Carsten Fastner in FALTER 23/2006



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