Biefly Shaking

Anja Garbarek


Einige Qualitäten ihres bestechenden Major-Debüts "Smiling and Waving" (2001) hat sich Anja Garbarek auch auf dem lang erwarteten Nachfolgealbum bewahrt: ihre flexible, stets leicht entrückt wirkende Stimme ebenso wie den Sinn für geschmeidig sich um unerwartete harmonische Rückungen rankende Melodien oder die (unter Mithilfe von Vater Jan Garbarek) fein ziselierten, aber im Detail überraschungsreichen Arrangements. Auch den raffinierten Umgang mit ungewöhnlichem Instrumentarium (Akkordeon, Flöte, Klarinette, Fagott ...) hat die Norwegerin nicht verlernt. Zu hören gibt es unter den eingängigen, aber niemals bloß gefälligen Oberflächen der elf Songs also auch diesmal wieder vieles. Vom fragilen Charme der porösen klanglichen Transparenz des Vorgängers aber fehlt beinahe jede Spur. Mit mehr Elektronik und weniger Akustik ist "Briefly Shaking" von einem allzu dichten Klangbild geprägt und wirkt so letztlich ein bisschen überproduziert.

Carsten Fastner in FALTER 14/2006



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