My Flame Burns Blue

Elvis Costello


Dass es der englische Pop-Pate Elvis Costello mit seinen 51 Jahren noch ordentlich krachen lassen kann, hat er auf seinem rauen letzten Album ("The Delivery Man") bewiesen. Parallel zu seiner Rockkarriere arbeitet Costello seit geraumer Zeit aber auch an seiner Reputation als "klassischer" Musiker und veröffentlicht auf dem renommierten Klassiklabel Deutsche Grammophon Crossoveralben. Nach einer Platte mit Songs für die schwedische Mezzosopranistin Anne Sofie von Otter, dem Balladenalbum "North" und der Ballettmusik "Il Sogno" liegt mit "My Flame Burns Blue" (DGG/Universal) jetzt Costellos vierte und bisher überzeugendste DGG-Produktion vor. Das Album wurde 2004 beim North Sea Jazz Festival in Den Haag aufgenommen, als Costello sich mit dem niederländischen Jazzorchester Metropole Orkest durch sein großes Repertoire spielte. Das Programm beinhaltet neben ein paar neu arrangierten Costello-Klassikern ("Watching the Detectives", "Almost Blue") hauptsächlich Stücke, die der Künstler im Lauf der letzten zwölf Jahren für verschiedene Big Bands und Orchester geschrieben hat, darunter Songs zu Kompositionen von Charles Mingus und Billy Strayhorn. Das Album klingt manchmal großartig, manchmal auch etwas altvatrisch, aber immer sehr souverän. Der Rock-Pension kann Costello jedenfalls gelassen entgegensehen. Er hat ja auch etwas anderes gelernt.

Wolfgang Kralicek in FALTER 14/2006



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