Ticket to Nowhere

Matt Boroff


Austrorocknews

Das Jahr ist noch jung, die Anzahl neuer heimischer CDs auf Stromgitarrenbasis aber schon wieder beträchtlich. Mit ihrem zweiten Album "Ticket to Nowhere" (Lo-End/Universal) haben Matt Boroff dabei gerade die Nase vorne. Der in unterschiedlichen Tempobereichen versierte Vorarlberger Dreier um den gleichnamigen US-Gitarristen, Sänger und Songwriter errichtet auf dem sicheren Fundament einer bei aller Wucht beweglichen Rhythmusabteilung hörbar im Blues getränkte Rocksongs, die mehr von erwachsener Abgeklärtheit als von jugendlichem Sturm und Drang haben und so auch in Momenten forschen Losmarschierens angenehm frei von kraftmeierischem Gehabe sind. Das Grazer Trio The Base setzt ebenfalls auf gut geerdete, von Modeströmungen weithin unberührte Gitarrenmusik. Ihr auf zwei formschöne Mini-CDs verteiltes neues Album "Things to Remember/Ways to Forget" (Ixthuluh) kombiniert Akustisches mit Rockigerem, der stimmungsvolle Grundcharakter fungiert als Bindeglied. Und wer Textzeilen wie "I thought that I was bright / but she was brighter / Whenever I was right / she was righter" intoniert, kann ohnehin kein Schlechter sein. Facelift, ebenfalls aus Graz, dürften ihren Status als lokale Größe mit "Impossible Somethings" (Pate/Ixthuluh) untermauern. Darüber hinaus wird sich aber kaum etwas tun, solange das Quartett seinen flotten Gitarrenpop nicht mit der einen oder anderen zündenden Idee jenseits des handwerklich Passablen anzureichern vermag. Skeptic Eleptic und ihre CD "Sick Sick Sick" (Rock'n'Roll Highschool/ Rebeat) muss man dagegen einfach mögen, sofern man nicht immun ist gegen intellektuellenfeindlichen Bubenrock, der sich zwischen poppigem Punk und etwas gröberem Garagenrock erst entscheiden muss, jedenfalls aber vom ersten Moment an beherzt aufs Tempo drückt. Kleine technische Unzulänglichkeiten kompensieren die St. Pöltener durch umso größeren Einsatz, die eine oder andere eingängige Melodie haben sie auch im Programm. Die Wiener Rock-'n'-Roll-Psychos Bloodsucking Zombies From Outer Space wiederum bieten einen verrückten Bandnamen, lustige Schminke im Gesicht und Songtitel wie "Shocktoberfest" oder "Pigblood-Blues". Ihr als "Horror-Psychobilly" angepriesenes Album "A Night at Grand Guignol" (Fiendforce/Ixthuluh) erweist sich allerdings als schwachbrüstig produzierter Kinderschreck; der Sänger wäre bei einer Haarspray-Metalband eventuell auch besser aufgehoben.Das Grazer Trio The Base setzt ebenfalls auf gut geerdete, von Modeströmungen weithin unberührte Gitarrenmusik. Ihr auf zwei formschöne Mini-CDs verteiltes neues Album "Things to Remember/Ways to Forget" (Ixthuluh) kombiniert Akustisches mit Rockigerem, der stimmungsvolle Grundcharakter fungiert als Bindeglied. Und wer Textzeilen wie "I thought that I was bright / but she was brighter / Whenever I was right / she was righter" intoniert, kann ohnehin kein Schlechter sein.

Tiz Schaffer in FALTER 4/2006



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