Not In Our Name

Charlie Haden, Liberation Music Orchestra


36 Jahre nach dem legendären Album des Liberation Music Orchestra hat Charlie Haden wieder ein Dutzend Musiker versammelt (neben ihm selbst ist von der alten Besetzung nur Carla Bley geblieben, die auch arrangiert und dirigiert hat), um ein politisches Statement zu setzen, das freilich auch für die musikalische Untermalung von Cocktailpartys geeignet ist. Sehr sauber gespielt und allenfalls mit peinlich-illustrativen Dissonanzen versehen, kreist das Album um "America the Beautiful" und bedient sich eines ironischen Augenzwinkerns, um das mit Pathos dann umso ungebrochener forcieren zu können - zwischen cleanem Reggae-Feeling ("This Is Not America"), langsamen Walzern und patriotischem Turmblasen spielt hier die Band besorgter Bürger für ein anderes Amerika auf.

Klaus Nüchtern in FALTER 42/2005



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