Aloys Zötl. oder Die Animalisierung der Kunst

Franz Reitinger


Gut, Dürers Feldhase ist auch ganz in Ordnung. Aber im Vergleich zum fantastischen Bestarium Aloys Zötls (1803-1887) verblasst auch das berühmte Albertina-Prunkstück. "Das prächtigste Tierbuch, das die Welt je gesehen hat", meinte André Breton entsprechend begeistert über Zötls Aquarellsammlung und erklärte ihn zu Österreichs einzigen "Surrealisten avant la lettre". Der Obersurrealist war es auch, der vor genau fünfzig Jahren mit einer Auktion in Paris zur Wiederentdeckung des bis dahin völlig unbekannten Künstlers beitrug, der im Hauptberuf Färbermeister in Leonding war. Heute sind seine kleinformatigen Aquarelle nicht unter 10.000 Euro zu haben, viel günstiger gibt es mehr als hundert von ihnen in einem wundebaren Bilderbuch.

Klaus Taschwer in FALTER 12/2005



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