Anton Cechov. Eine Biographie

Rosamund Bartlett, Anna Blum


Anton Pawlowitsch Tschechow oder Anton Pavlovic Cechov, wie er sich in der neueren, wissenschaftlicheren Weise schreibt, ist am deutschsprachigen Buchmarkt glücklicherweise nicht gerade unterrepräsentiert. Das ist vor allem dem Zürcher Diogenes Verlag zu danken, der seine achtbändige Ausgabe des dramatischen Werks und seine zehnbändige Ausgabe der Erzählungen in den letzten Jahren um eine Briefausgabe (fünf Bände), die Humoresken und Satiren sowie die Frühen Erzählungen (je zwei) - alle in der Übersetzung von Peter Urban - ergänzt und damit die größte nicht-russische Tschechow-Ausgabe noch erweitert hat. Im Oktober folgen dann noch "Kaschtanka und andere Kindergeschichten" sowie eine Ausgabe des Tintenfass, das Aufsätze (u.a. von Raymond Carver, Italo Calvino, Richard Ford) enthält.

Rechtzeitig zum 100. Todestag abgeschlossen ist nun auch die vierbändige Ausgabe der Erzählungen in der blauen Klassiker-Ausgabe bei Winkler: "Die Dame mit dem Hündchen. Erzählungen 1896-1903" endet mit "Die Braut", Tschechows letzter Erzählung.

Die erste große Biografie ist erst für den August angekündigt und erscheint bei Zsolnay. Geschrieben hat sie Rosamund Bartlett, die Tschechow auch ins Englische übersetzt hat und an der Universität von Durham russische Literatur lehrt.

Und auch "Cechov. Erinnerungen eines Zeitgenossen" von Ivan Bunin ist beim, in Sachen russischer Literatur überaus verdienstvollen, Berliner Verlag Friedenauer Presse ebenfalls erst für den Herbst vorgesehen.

"Es wären seine Werke, die ich auf eine Reise zu einem anderen Planeten mitnehmen würde", hat Vladimir Nabokov über Tschechow einmal gesagt. Kein Problem: Die nächste Buchhandlung ist nicht weit!

Klaus Nüchtern in FALTER 28/2004



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