Ronnie. Die Autobiographie

Ronnie Woods


Der gleich nach Keith Richards exzessivste Rolling Stone hat sich nach dem Ende der letzten Welttournee hingesetzt und seine Memoiren geschrieben. Das mit dem Erinnern gestaltete sich freilich kompliziert, wie er auf den letzten Seiten gesteht, "besonders wenn man bedenkt, wie oft ich die ganzen Jahre über betrunken war. Aber irgendwie habe ich es – wie so oft in meinem Leben – geschafft."
"Ronnie" ist die Geschichte eines Stehaufmännchens, das stets auf die Hilfe seiner berühmten Freunde zählen kann. Man muss ihn sich so vorstellen: ein sehr herzensguter, sehr einfacher Kerl mit einem ausgeprägten Talent, Gitarre zu spielen und Blödheiten zu begehen. Erstaunlich, wie oft man dieselben Fehler machen und seine Millionen in dubiosen Investments verlieren kann. Detto, wie oft man sich in eine Entzugsklinik begeben kann, ohne seine Sucht auch nur irgendwie zu reflektieren (die betreffenden Passagen könnten als mahnendes Beispiel bei Treffen der anonymen Alkoholiker verlesen werden).
So verwundert auch der aktuelle, kapitale Alkrückfall von Woody nicht wirklich. Im Prinzip war's ja immer eine Hetz, lautet der Tenor des Buches, das zumindest als ­Anekdotenschatzkiste aus dem Innersten der Rock-Royalty einiges hermacht. Die Selbsteinschätzung des Autors ist nicht ganz von der Hand zu weisen: "Die Leute werden das Buch (...) lesen und denken: ,Ronnie, du Arschloch, du hast deinen Spaß gehabt.'"

Sebastian Fasthuber in FALTER 34/2008



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