Lob der Krankheit

Bert Ehgartner


Bert Ehgartner kratzt an einigen Grundsätzen unseres Medizinsystems, etwa, dass Krankheiten um jeden Preis eliminiert werden müssen, am besten schon lange bevor sie entstehen. Denn, so seine These, vieles, was die Schulmedizin mit Antibiotika, Cortison oder fiebersenkenden Mitteln bekämpft, macht eigentlich Sinn: Durchgemachte Infekte stärken das Immunsystem, Fieber ist höchst heilsam. Überhaupt seien viele Eingriffe in das System Körper zu punktuell und verschöben das Problem damit nur, etwa bei manchen Impfungen. So traten im Falle der Immunisierung gegen Pneumokokken, Hauptauslöser von Mittelohrentzündung, bei den geimpften Kindern neue Bakterien als Verursacher auf. Ehgartner plädiert daher für einen gelasseneren, selbstbewussteren Umgang mit Krankheit – angesichts eines Gesundheitssystems, das er alles andere als rosig beschreibt, nicht gerade einfach. Denn aggressives Marketing und Angst machende Kampagnen von Pharmakonzernen, die in manchen Bereichen die medizinische Forschung und Entscheidungen der Gesundheitspolitik beeinflussen, bewirken, dass die Konsumenten von offenen und ehrlichen Informationen meilenweit entfernt sind. Es braucht daher dringend ein lautes, objektives Sprachrohr, jemanden, der neben den Vorauch die Nachteile von Impfungen, Vorsorgeprogrammen und Co. kommuniziert, fordert Ehgartner. Einen Schritt in diese Richtung hat er mit seinem Buch unternommen.

Sabina Auckenthaler in FALTER 29/2008



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