Der Metzger sieht rot. Kriminalroman

Thomas Raab


Mitten auf dem Spielfeld bricht der Tormann aus Ghana tot zusammen. Danjela, die Freundin des Titelhelden, ist – im Unterschied zu diesem – ein großer Fußballfan. Beim Herumschnüffeln in den Kabinen ihres Clubs "Kicker Saurias" wird sie bewusstlos geschlagen. Nun beginnt sich Metzger doch noch einzumischen, seinem Polizistenfreund auf die Nerven zu fallen und selbst nachzuforschen – mit einer Riesenwut im Bauch und Grippeviren im Körper. Erneut (nach: "Der Metzger muß nachsitzen", 2007) schickt Thomas Raab Willibald Adrian Metzger, Detektiv wider Willen, auf gefährliche Mission, bei der es der behäbige Restaurator mit einer Auftragskillerin und politischen Intrigen in der Welt des Fußballs und rechtsextremer Fans zu tun bekommt.
Gelungene Milieuschilderungen und sprachliche Experimentierfreudigkeit paaren sich mit einer abwechslungsreichen Geschichte über Liebe und Gewalt. Da passt sehr vieles, der Wortspiele und Wiederholungen sind aber doch ein bisschen viele. Auch das gebrochene Deutsch mancher Figuren, allen voran Danjelas, wirkt etwas aufgesetzt. Dennoch tut dies dem Lesevergnügen kaum Abbruch, und ein paar allzu detailfreudige Seiten kann man zwischendurch ja auch überfliegen. Wobei man freilich Gefahr läuft, Einsichten wie folgende zu verpassen: "Für die Menschheit braucht man einfach einen leeren Magen." Gewidmet ist das Buch "Lila", was man wohl auch fußballerisch deuten darf.

Martin Lhotzky in FALTER 25/2008



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