Das Wissen vom Geld. Auf dem Weg zum Finanzbildungsbürgertum


Die Aktienkurse sind im Keller. Wirklich Reiche stört das nicht, sie benötigen das Geld nicht zum Leben und warten auf die nächste Börsenhausse. Dramatische Folgen hat der Wertverlust hingegen etwa für jene Pensionisten in Großbritannien, die nach der Kürzung der öffentlichen Pensionen auf private Vorsorge angewiesen sind. Sie vertrauen auf jene Ratgeberliteratur, die zwar populär ist, aber keine Versicherung gegen Kursverluste bietet.
Nicht zufällig geht mit der Zurückdrängung des Sozialstaats der Ruf nach einer besseren Ausbildung jener Menschen einher, die sich in Hinkunft individuell auf den Finanzmärkten zu bewähren haben. Doch in diesem Fall ist bei der Forderung nach "mehr Bildung" Vorsicht angebracht, denn ihr Ziel ist meist, unternehmerisch denkende Menschen zu formen, die für ihr Scheitern nicht den Wohlfahrtsstaat, sondern nur sich selbst verantwortlich machen. Sobald dies gelungen ist, bleibt den Reichen mehr Freiheit zur Durchsetzung ihrer materiellen Interessen, von der Abschaffung der Erbschaftssteuer bis zur Verhinderung der Vermögenszuwachssteuer. Arme Menschen werden nicht durch bessere Finanzbildung reich, sondern nur durch Umverteilung.
Die Autoren des vorliegenden Buchs eröffnen eine neue Perspektive auf die Forderung nach mehr Wissen vom Geld und bieten eine fundierte, kompakte und gleichzeitig vergnügliche Lektüre.

Markus Marterbauer in FALTER 15/2008



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