Indien. Aufstieg einer asiatischen Weltmacht

Dietmar Rothermund


Indien, lange assoziiert mit Mahatma Gandhi, Göttervielfalt, armen Bauern und wilden Tigern, hat seit den Neunzigerjahren auch noch einen anderen Ruf weg: den des ökonomisch superstarken "Tigerstaats". Der Historiker Dietmar Rothermund geht den Ursachen des rasanten Aufstiegs nach und beschränkt sich dabei nicht auf die wirtschaftliche Perspektive, sondern zeichnet ein beeindruckend komplexes Bild der Gegenwart mit historischem Hintergrund. Diskutiert werden die globale Position Indiens, aber auch aktuelle Entwicklungen im Land selbst: der Medienboom, die Rolle, die Technik zunehmend auch in den Dörfern spielt, die Triumphe und Probleme des Bildungssystems. Ein spannendes Kapitel ist der dynamischen indischen Diaspora gewidmet.
Trotz seines betonten Optimismus hinsichtlich der Gesamtentwicklung Indiens wirft Rothermund aber auch einen genauen Blick auf die Kehrseite des Wirtschaftswunders: Wie weit klafft die soziale Schere auseinander? Wie geht es den Millionen Armen auf dem Land, aber auch in den Städten? Wie wird in Indien Armut gemessen? Gibt es womöglich mehr Arme, als die offiziellen Statistiken zugeben? Vor welchen demografischen Problemen steht Indien? Und er erzählt vom zunehmenden Widerstand gegen Enteignungen zugunsten von Sonderwirtschaftszonen – ein Widerstand, der in der Demokratie Indien mehr Gehör findet als im diktatorisch regierten China.

Karin Chladek in FALTER 13/2008



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