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Dayanita Singh, Britta Schmitz


Irgendwann hatte Dayanita Singh die Nase voll davon, für westliche Presseagenturen die gefragten Elendssujets aus ihrem Heimatland Indien zu liefern. Damals begann die 1961 geborene Fotografin mit Porträts der Gesellschaftsschicht, aus der sie selber stammt. Die aufschlussreichen Bilder zeigen Mitglieder der urbanen indischen Upper Class, die sich für Singhs Fotos selbst in Szene setzten: Damen posieren in bodenlangen Saris vor Barockmalerei, Rassehunde werden im Rahmen kolonialer Architektur gekrault; im Hintergrund oft Ölporträts der Ahnen oder Diener. Aus dem stilistischen Eklektizismus spricht die wechselvolle Geschichte Indiens ebenso wie die Spannung zwischen Tradition aund dem Anschluss an internationale Eliten.

Nicole Scheyerer in FALTER 14/2004



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