Abfall Bergland Cäsar. Eine Menschensammlung. Werke Band 2

Werner Schwab, Ingeborg Orthofer, Elisabeth Strowick


Eines Abends betritt A seine Küche und findet dort einen Gartenschlauch vor. Der Anblick des nicht hierher passenden Objekts verstört den Mann so nachhaltig, dass er schließlich in eine Anstalt eingewiesen wird. Mit A beginnt Werner Schwabs 1992 bei Residenz erschienener Prosaband "Abfall, Bergland, Cäsar", der nun als Band zwei der Droschl-Werkausgabe – pünktlich zum fünfzigsten Geburtstag des 1994 verstorbenen Autors am 4. Februar – wiederveröffentlicht wird.
Als "Menschensammlung" bezeichnet Schwab sein alphabetisches Bestiarium im Untertitel, wobei die Buchstaben A bis Z meist für Personen, manchmal aber auch für Abstraktes ("R ist die Rede und das Recht") stehen; in jedem Abschnitt folgt einer theoretisch-spröden Einleitung ein praktisches Beispiel. Genüsslich führt Schwab eine Reihe von unsympathischen Typen vor – den "Zeitungspapiervollschreiber" F oder den ziegenfickenden Altbauern P etwa –, um sie nach allen Regeln seiner Schreibkunst auseinanderzunehmen. Viele überleben das nicht. Das insgesamt etwas sperrige, stellenweise aber durchaus süffige und auch witzige Buch wurde im Falter (39/92) seinerzeit als "Bastard-Essay" und "polemischer Traktat" klassifiziert. 15 Jahre später wird es höchste Zeit, etwas aufzudecken: "Johann Tauplitz-Hohentauern", der auch im Nachwort der Neuausgabe zitierte Autor der Falter-Rezension, ist ein Pseudonym für Klaus Nüchtern.

Klaus Nüchtern in FALTER 5/2008



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