Alexander Mitscherlich. Gesellschaftsdiagnosen und Psychoanalyse nach Hitler

Tobias Freimüller


Freimüllers Biografie legt den Schwerpunkt auf Mitscherlichs enormen publizistischen Erfolg seit Mitte der Sechzigerjahre. Er zeigt, wie gerade dieser in der Nachkriegsgesellschaft einen demokratischen Commonsense stiften konnte, der seine letzte Legitimation in den psychischen Tiefen des mündigen Bürgers fand. Auch kluge Köpfe störten sich nicht an den methodischen und argumentativen Mängeln dieser Bestseller, etwa an der kühnen Gleichsetzung individual- und sozialpsychologischer Befunde. Dass Mitscherlichs Zeit vorbei ist, verdanken wir aber paradoxerweise nicht zuletzt seinen Bestsellern.

Tobias Heyl in FALTER 49/2007



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