Der Mathematikverführer

Christoph Drösser


Mithilfe der Mathematik kann man(n) Bierdosen in den Sand stellen, ohne dass sie umfallen, sowie die rechte Entfernung für den besten Blick auf Frauenbeine berechnen. Frau kann sie für die Entscheidung nutzen, wann es Zeit wäre, einen Heiratsantrag anzunehmen. In 17 Geschichten will der Zeit-Redakteur und Autor Christoph Drösser zur Mathematik verführen. Er erinnert daran, dass es von Vorteil sein kann, die Grundrechnungsarten zu beherrschen, will man sich das Einkommen von Spitzenmanagern verdeutlichen und sich so richtig darüber ärgern. Er vermittelt die praktischen Seiten der Differenzialrechnung, der Wahrscheinlichkeitsrechnung und Statistik, gibt Einblicke in die Wahl-Mathematik und erklärt, warum die Quadratur des Kreises nicht nur eine Redewendung, sondern auch wirklich unmöglich ist.
Dabei hat er keine Angst vor Formeln, das mathematische Niveau bleibt bewältigbar, Hintergründe werden anschaulich dargelegt, Rechnungen schulbuchmäßig Schritt für Schritt durchgeführt. Christoph Drösser beherrscht die Kunst des Formulierens und kann erklären. Das Buch ist gut strukturiert und lässt auch optisch nichts zu wünschen übrig. Ansichtssache ist die Themenwahl: Bierdosen, Frauenbeine, Heiratshilfen … Die universellen Anwendungsmöglichkeiten der Mathematik in Ehren: Da stellt sich nicht nur die Frage nach der Zielgruppe, sondern auch die Frage, ob sich auf diese Weise tatsächlich das Interesse an der Mathematik wecken lässt.

Martina Gröschl in FALTER 42/2007



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