Eine Kiste erobert die Welt. Der Siegeszug einer einfachen Erfindung

Olaf Preuß


Eine Kiste macht Karriere

Wie der Container den Welthandel revolutionierte, die Schifffahrt umkrempelte und die deutsche Wirtschaft davon profitierte, schildert Olaf Preuß.

Innovationen beginnen oft unscheinbar. Am 26. April 1956 startete die Jungfernfahrt des Containers im Hafen von New Jersey. Der Frachter Ideal X hatte auf seiner Fahrt nach Houston, Texas, die ersten 58 Stahlbehälter an Bord. Heute gilt der 20-Fuß-Container als Motor der Globalisierung. Die "twenty-foot equivalent Unit" (TEU) wurde - zumindest in der boomenden Welt der Logistik - zum Maß aller Dinge. Rund 14 Millionen Container sind weltweit unterwegs - Tendenz steigend. "Containerflotten machen den Weltmarkt zum Supermarkt und die Welt der Industrie zur globalen Werkbank", schreibt Olaf Preuß in "Eine Kiste erobert die Welt".

Bereits im Vorjahr publizierte der US-Ökonom Marc Levinson anlässlich des fünfzigjährigen Jubiläums der Containereinführung "The Box - How the Shipping Container Made the World Smaller and the World Economy Bigger". Preuß greift die von Levinson ausführlich erläuterte Bedeutung des Containers für den Gütertransport noch einmal auf. Doch der deutsche Wirtschaftsjournalist und Redakteur der Financial Times Deutschland widmet - und da ist der Buchtitel irreführend - sein Werk einem neuen Hauptakteur. "Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit, hat sich in den vergangenen Jahrzehnten in der Containerschifffahrt ein völlig neues Gravitationszentrum gebildet - Deutschland." Immerhin gehöre mehr als ein Drittel der insgesamt 3900 Containerschiffe deutschen Reedern. Hamburg sei ein "Zentrum der internationalen Containerlogistik".

Preuß liefert sehr anschauliche Einblicke in die Frachträume der Containerschiffe, die Arbeit der Containergreifer sowie die Arbeitsabläufe in den Containerterminals. Logistiker, Terminalbetreiber und Schiffsbauer kommen zu Wort. Fragen nach übergeordneten Zusammenhängen: sprich Globalisierung und Folgen für die Umwelt, werden angesprochen, bleiben aber im Hintergrund.

Lena Yadlapalli in FALTER 41/2007



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