The Police. Wir haben uns gerne geprügelt

Martin Scholz


Pünktlich zur Reunionstour erscheint dieses Porträt der einflussreichen englischen Rockband, in der der ehemalige Lehrer Gordon Sumner zum Superstar Sting heranwuchs. Autor Martin Scholz, Redakteur der Frankfurter Rundschau, hält mit seinem Fantum nicht hinterm Berg, lässt aber dankenswerterweise trotzdem die Protagonisten der Police-Story selbige erzählen.
Sein Buch versammelt Gespräche mit Sting, Gitarrist Andy Summers und Schlagzeuger Stewart Copeland aus den Jahren 1987 bis 2007. Jenen zwei Jahrzehnten also, in denen die drei Musiker getrennte Wege gingen. Das erlaubt ihnen, mit Abstand und ohne Zorn auf die Jahre 1977 bis 1984 zurückzublicken, in denen sie nicht weniger als fünf Studioalben aufnahmen, einige Welttourneen absolvierten und sich dabei immer mehr auf den Wecker gingen.
Für sich genommen sind die Interviews nicht spektakulär, im Ganzen ergibt sich jedoch das spannende Psychogramm einer Band. Bei The Police trafen respektive prallten drei starke, bereits recht ausgeprägte Charaktere aufeinander. Deshalb klang die Musik so gut, deshalb konnte die Band aber auch nicht ewig bestehen und wäre wohl auch dann zerfallen, wenn Sting nicht Mitte der Achtzigerjahre eine Solokarriere gestartet hätte. Im Vorwort schildert Campino sehr eindrücklich seine Beziehung zu The Police und räsoniert über deren Ausnahmestellung. Beim Cover durfte sich dafür ein Praktikant austoben.

Sebastian Fasthuber in FALTER 37/2007



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