Das Geld der Medici

Tim Parks


(...)

Da haben sich die Medici geschickter angestellt, die sich als die großen Mäzene der florentinischen Renaissance ins kollektive Gedächtnis der Italienliebhaber eingeschrieben haben. Angefangen haben die Medici freilich als schnöde, aber höchst erfolgreiche Banker. Die angehäuften Mittel vermochten sie in politischen Einfluss zu transformieren, ihre Kunstförderung lässt sich – etwas reduktionistisch – als höchst erfolgreich eingesetztes Propagandainstrument zur Erlangung und Stabilisierung von Macht sehen. Vom Aufstieg und Fall der Medicibank, aber nicht nur davon, erzählt Tim Parks in "Das Geld der Medici", einer kurzweiligen und amüsanten Wirtschaftsgeschichte der Renaissance.
Übrigens: Der Cesare-Bewunderer Machiavelli, im Grunde seines Herzens ein glühender Republikaner, sah in den Medici verweichlichte Höflinge. So ist das mit der Realpolitik. Anders als die Borgias haben die Medicis ihren Traum vom eigenen Fürstentum Toskana verwirklicht. Und während es die Borgias nur auf zwei Päpste brachten, nahmen im 16. und 17. Jahrhundert insgesamt drei Medici auf dem Stuhl Petri Platz.

in FALTER 12/2007



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