Alles über das Eine

Werner Bartens, Sebastian Herrmann


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Zwei Lexika der Medizinirrtümer und ein Buch über erfundene Krankheiten hat Werner Bartens schon verfasst. Nun widmet er sich gemeinsam mit Sebastian Herrmann, seinem Kollegen aus der Wissensredaktion der Süddeutschen Zeitung, dem Einen. Nach dem Strickmuster der "Sammelsurien" von Ben Schott und Nachahmern werden ganz sachlich amüsante bis skurrile Fakten, Listen und Anekdoten aus aller Welt versammelt. Es geht um Ehe, Ejakulat und erstes Mal ebenso wie Playboybunnies, Pornos und Prostitution. Der Vergleich mit dem Tierreich wird des Öfteren strapaziert. Aufregend oder schlüpfrig ist das Werk nie, zum gegenseitigen Vorlesen und Staunen sicher geeignet, vorausgesetzt, man findet die richtigen Stellen: Den G-Punkt etwa bezeichnet der US-Psychologe Terence Hines als "gynäkologisches Ufo", wurde er doch nur an zwölf Frauen untersucht, von denen fünf angaben, "etwas zu spüren". Aufatmen ist nicht angesagt, denn als Knotenpunkt des weiblichen Lustiversums wird der A-Punkt ins Spiel gebracht. Ein heißer Tipp für multiple Orgasmen, aber auch mit Wegbeschreibung ähnlich schwer zu treffen. Manches ist extrem deutschlandspezifisch oder langweilig wie Listen mit Ludern, Hamburger Hoteltarife für Erotikfilme, Musikfavorites des Standesamts München sowie Namen und Berufe aller Seite-eins-Nackerten der Bild-Zeitung im Jahr 2006.
Österreich wird einige Male explizit erwähnt: der oberösterreichische Ort Fucking, der Sager von Exbundeskanzler Wolfgang Schüssel über die flachliegende Emanzentruppe und Rang eins in der Zufriedenheit mit dem Sexuallaben bei über Vierzigjährigen.

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in FALTER 12/2007



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