Who's who in der Oper

Silke Leopold, Robert Maschka


Oper ist schön, aber teuer. Nur naheliegend also, dass im Rahmen der Tagungsreihe "Kultur und Wirtschaft" des Forum Alpbach 2005 auch die seltsam anmutende Frage gestellt wurde: "Braucht die Wirtschaft das Musiktheater?" Diskutiert wurde über Gegenwart und Zukunft des "kostenintensiven", aber auch "prestigeträchtigen" Genres zwischen öffentlicher und privater Hand; unter dem Titel "Teure Kunstform Oper?" haben Manfred Jochum und Isolde Schmid-Reiter die Beiträge herausgebracht. Unter den Autoren finden sich prominente Theater-und Festivalleiter, Kulturmanager, Künstler, ressortzuständige Politiker und Beamte sowie immerhin ein Vertreter der Wirtschaft. Dementsprechend einig ist man sich darüber, dass die Oper erhaltenswert sei; es gibt aber auch interessante Ansätze zur finanziellen Zukunftssicherung zu lesen - nicht zuletzt inspiriert von erfolgreichen Modellen vergangener Tage.Früher hatte es die Oper leichter. Noch im 19. Jahrhundert galt sie als die kulturelle Institution, sogar als politisches Instrument ließ sie sich einsetzen. Mit seiner spannenden Habilitationsschrift "In der Mitte der Gesellschaft. Operntheater in Zentraleuropa 1815-1914" liefert der Historiker Philipp Ther einen umfassenden kulturhistorischen Vergleich der Opernhäuser in Dresden, Lemberg und Prag und untersucht dabei auch die gewichtige Rolle des Musiktheaters bei der Nationsbildung in Deutschland, Polen und Böhmen

Solchen gesellschaftlichen Einfluss hat das Genre längst verloren. Es gibt aber auch heute noch Menschen, die einander verstehen, wenn sie sich verschwörerisch Namen wie der "Rodrigo" oder die "Rosina" zuraunen. Bereits 2004 ist ein tolles Buch erschienen, das allen Außenstehenden kompakt und kompetent Hilfe bietet. Silke Leopold und Robert Maschka stellen in ihrem "Who's who in der Oper" fast das gesamte Figurenpersonal der Operngeschichte vor - einschließlich so dadaistisch anmutender Partien wie der von "Ping Pang Pong".

Carsten Fastner in FALTER 8/2007



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