Satisfaction. Warum nur Neues uns glücklich macht

Gregory Berns


Was verschafft dem Menschen Befriedigung? Sex? Oder doch auch Essen, Macht? Alles falsch, wenn es nach Gregory Berns, Professor für Psychiatrie und Verhaltensforschung an der Emory University in Atlanta, geht. Er begibt sich auf die Spur des Neurotransmitters Dopamin, der eine zentrale Rolle in der Motivation spielt. Der Botenstoff wird immer ausgeschüttet, kurz bevor etwas passiert. Egal ob positive oder negative Erfahrung: sie muss neu sein, uns herausfordern und etwas bewältigen lassen.

Dass Berns alle seine Versuche an sich selbst durchgeführt hat, macht ihn grundsympathisch. Seine Suche nach Befriedigung beginnt harmlos mit Wasser und Fruchtsaft in einer Magnetresonanzröhre. Dann sucht er einen Sadomasoclub auf, löst Kreuzworträtsel, schlüpft in einen Schmerzanzug, reist zum Ultramarathon, besucht Island und Kuba und schließlich sein eigenes Ehebett (übrigens unter Anleitung von David Schnarch). Immer wieder dockt er dabei im Striatum an, der Dopaminschaltstelle im Gehirn, die auch aktiv wird, wenn wir zusammenarbeiten.

Berns' Stil ist locker, Fakten über die Chemie des Körpers wechseln mit Dialogen, die er mit Kollegen, Sportlern, Koch, Pastor oder seiner Frau zum Thema - und darüber hinaus - führt. Die Umwege machen das Buch lesenswert, denn am Wegesrand liegen viele neue Informationen. Und die kicken uns bekanntlich.

Astrid Kuffner in FALTER 40/2006



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