Geschichte Indiens. Von der Induskultur bis heute

Dietmar Rothermund, Hermann Kulke


Für die ersten Kapitel von Hermann Kulkes und Dietmar Rothermunds "Geschichte Indiens. Von der Induskultur bis heute" wird der neugierige Laie wohl die Siebenmeilenstiefel des Kursivlesens anziehen, so wenig Konkretes bzw. Anschauliches kann da über die frühe Kultur des Landes vermittelt werden – zumal auch so wenig darüber bekannt ist. Das Gemeinschaftswerk der beiden Hochschulprofessoren, das dankenswerterweise ohne wissenschaftlichen Zitierapparat auskommt und, wie das Vorwort betont, auch in Indien weitverbreitet ist, konzentriert sich insgesamt eher auf die Geschichte von Herrschaft und Scharmützeln.
Indien, das scheint aus diesem Blickwinkel vor allem die Invasion der Aryas (die Hitler zu "Ariern" ideologisierte), des Islams und schließlich der Europäer inklusive ihrer Machterhaltungsstrategien zu sein. Die Entwicklung einer indischen Kultur als Sozial-, Kunst- und Geistesgeschichte bleibt in dieser Art der Historiendarstellung oft etwas unterbelichtet, das Buch für Leser, die an einem Gesamtporträt dieses faszinierenden Landes interessiert sind, oft blass und unbefriedigend.

Kirstin Breitenfellner in FALTER 40/2006



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